
CTFAS & REACH24H Regulierungsforum 2026: Compliance-Prioritäten für die globale Kosmetikbranche
Aktualisiert am
CTFAS & REACH24H Regulierungsforum 2026 – VERANSTALTUNGSRÜCKBLICK
Singapur, 1. September 2026 — The Cosmetic, Toiletry & Fragrance Association of Singapore (CTFAS) und REACH24H Consulting Group veranstalteten gemeinsam das CTFAS & REACH24H Regulierungsforum 2026 im Carlton Hotel in Singapur. Unter dem Motto „Der Compliance-Fahrplan: Praxisstrategien für globale Kosmetikvorschriften und Nachhaltigkeit“ brachte das Forum Regulierungsexperten und Branchenfachleute zusammen, um wichtige regulatorische Entwicklungen zu untersuchen, die den weltweiten Marktzugang für Kosmetika prägen.
Das Forum beleuchtete Perspektiven aus Südostasien, China, der Europäischen Union und anderen wichtigen Märkten und behandelte regulatorische Harmonisierung, Halal-Zertifizierung, Produktsicherheit, Chemikalien-Compliance, Kennzeichnung, Belege für Werbeaussagen und Nachhaltigkeit. Eine zentrale Botschaft war, dass sich Kosmetik-Compliance über Einzelproduktbewertungen hinaus in Richtung eines Managements über den gesamten Lebenszyklus und eines evidenzbasierten Ansatzes entwickelt. Der Marktzugang hängt zunehmend davon ab, wie Unternehmen Formulierungen, Inhaltsstoffe, Lieferketten, Verpackungen, Verbraucherinformationen und Verantwortlichkeiten nach dem Inverkehrbringen als integriertes System verwalten.
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Auf regulatorische Veränderungen in wichtigen Märkten reagieren
Doktor Bhashkar Mukerji von BSJ Consultants Private Limited, ein Leiter des Ausschusses für Produktintegrität bei CTFAS, erläuterte die ASEAN-Kosmetikrichtlinie (ACD) und hob ihre Rolle beim Aufbau eines gemeinsamen technischen Rahmens für Kosmetiksicherheit, Inhaltsstoffe, Kennzeichnung, Werbeaussagen und Produktinformationen hervor. Er stellte fest, dass Unterschiede bei nationaler Umsetzung, Notifizierungsverfahren, Vollzugspraxis und Bewertung von Grenzprodukten Unternehmen, die in der ASEAN tätig sind, weiterhin vor Herausforderungen stellen. Obwohl die aktuelle Richtlinie im Großen und Ganzen zweckmäßig erscheint, lässt sie möglicherweise Raum für uneinheitliche Auslegungen in den ASEAN-Mitgliedstaaten. Dies könnte zu länderspezifischen Anforderungen führen, die die Harmonisierungsziele des harmonisierten ASEAN-Regulierungssystems für Kosmetika (AHCRS) untergraben.
Doktor Mukerji erörterte auch, ob die ASEAN langfristig über die aktuelle ACD hinaus zu einem verbindlicheren regionalen Rechtsrahmen übergehen könnte, wobei er die Notwendigkeit anerkannte, Unterschiede in nationalen Rechtssystemen, regulatorischen Kapazitäten und Vollzugspraktiken zu berücksichtigen.

Frau Pertiwi Putri Utami, internationale Halal-Partnerin und Halal-Auditorin beim Bewertungsinstitut für Lebensmittel, Arzneimittel und Kosmetika des indonesischen Ulama-Rats (LPPOM), behandelte Indonesiens obligatorische Halal-Zertifizierungsanforderungen.
Gemäß Gesetz Nr. 33 von 2014 zur Halal-Produktsicherung und seinen Durchführungsvorschriften beginnt für in Indonesien zirkulierende und gehandelte Kosmetika die Phase der obligatorischen Halal-Zertifizierung am 17. Oktober 2026. Die Anforderungen erstrecken sich auf Rohstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe, Produktionsanlagen, Rückverfolgbarkeit und Kontrollen gegen Kreuzkontamination. Produkte mit Nicht-Halal-Materialien müssen einen geeigneten Nicht-Halal-Hinweis tragen; Unternehmen müssen zugleich die geltenden Halal-Zertifizierungsanforderungen erfüllen.

Frau Tran Thi Phuong Mai, Präsidentin der ASEAN Cosmetic Association (ACA), stellte Vietnams sich weiterentwickelnden Entwurf einer Kosmetikverordnung vor, der eine risikobasierte Klassifizierung, differenzierte Notifizierungsprüfungen und eine verstärkte Überwachung nach dem Inverkehrbringen vorsieht.
Die Fassung vom 13. August 2026 befindet sich weiterhin in Entwicklung und darf nicht als endgültige rechtliche Anforderung behandelt werden. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören zusätzliche Notifizierungsunterlagen, PIF-Audits, risikobasierte Inspektionsprioritäten, eine erweiterte vietnamesischsprachige Kennzeichnung und eine engere Abstimmung zwischen notifizierten Verwendungen, Kennzeichnungen und unterstützenden Nachweisen in der Produktinformationsdatei (PIF).

Clarizza (Clark) Manoop, leitende Managerin für regulatorische Angelegenheiten und Produktsicherheit (RAPS) bei Givaudan, gab einen Überblick über die Entwicklung der Chemikalieninventarvorschriften im asiatisch-pazifischen Raum. Sie betonte, dass sich nationale Inventarsysteme und Regelwerke für neue Stoffe zwischen den Rechtsräumen erheblich unterscheiden, insbesondere hinsichtlich Notifizierungs-, Registrierungs-, Daten- und Verwendungsanforderungen.
Der Vortrag betonte, dass Chemikalien-Compliance in APAC mehr erfordert als die Prüfung, ob ein Stoff in einem nationalen Inventar gelistet ist. Unternehmen müssen außerdem Stoffidentität, vorgesehene Verwendung, Mengenschwellen, lokale Notifizierungs- oder Registrierungspflichten, verantwortliche Stellen und Lieferkettendokumentation bewerten. Eine frühzeitige regulatorische Prüfung und koordiniertes Datenmanagement können helfen, Marktzugangsrisiken zu erkennen und sich auf geänderte Anforderungen vorzubereiten.

Wichtige regulatorische Entwicklungen in China und der EU
Nichole Ding, Leiterin des Kosmetikgeschäfts bei REACH24H Consulting Group, erläuterte Chinas jüngste regulatorische Änderungen, einschließlich des erweiterten Geltungsbereichs der Ausnahmen von Tierversuchen gemäß NMPA-Bekanntmachung Nr. 70 von 2026, wirksam seit dem 29. Juli 2026.
Die Änderungen unterliegen weiterhin besonderen Bedingungen, und Kinderkosmetika und die meisten Spezialkosmetika bleiben vom Ausnahmebereich ausgeschlossen. Der Vortrag betonte außerdem die Bedeutung, Sicherheitsbewertungen früher in die Produktentwicklung einzubinden und zuverlässige, inspektionsbereite Nachweise vorzuhalten.

Hazel Zhou, leitende technische Ingenieurin für Kosmetikregulierung bei REACH24H Consulting Group, erläuterte jüngste Entwicklungen in den EU-Kosmetikvorschriften, darunter erweiterte Kennzeichnungspflichten für Duftstoffallergene ab dem 31. Juli 2026, mit Übergangsregelungen für bereits in Verkehr gebrachte Produkte bis zum 31. Juli 2028.
Sie erörterte auch die Formaldehyd-Warnhinweispflicht für betroffene Produkte, sowie sich entwickelnde Kontrollen zu PFAS, synthetischen Polymermikropartikeln und zyklischen Siloxanen. Ferner wurden Nachhaltigkeitspflichten für Verpackungen gemäß der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) untersucht. Dabei wurde die Notwendigkeit für Unternehmen hervorgehoben, Produktkennzeichnungen, Formulierungen und Verpackungsdaten frühzeitig zu prüfen.

Von Chemikalien-Compliance zur Vorbereitung auf Nachhaltigkeitsanforderungen
Eden Ding, leitende technische Ingenieurin für Chemikalienregulierung bei REACH24H Consulting Group, hob die wachsende Bedeutung von REACH-ähnlichen Chemikalienvorschriften für den Marktzugang kosmetischer Inhaltsstoffe hervor.
Obwohl das EU-REACH-Regelwerk weiterhin einen wichtigen Bezugspunkt bildet, unterscheiden sich die regulatorischen Anforderungen zwischen den Rechtsräumen, darunter das Vereinigte Königreich, die Türkei, die Ukraine, Südkorea und Brasilien. Konformität oder Registrierung in einem Rechtsraum begründet nicht automatisch Konformität in einem anderen.
Unternehmen müssen daher Inhaltsstoffe ihren Zielmärkten zuordnen, einschlägige regulatorische Wege und Verantwortliche klären sowie rückverfolgbare Nachweise über Lieferanten, Importeure, Formulierer und verantwortliche Personen hinweg vorhalten. Zu den erörterten wichtigen Terminen gehörten in der Türkei die Frist am 30. September 2026 für die Inventar- und Chemikalienregistrierung (ITR) und in der Ukraine die Vorregistrierungsfrist am 26. Januar 2027.

Doktorin Carol Shi, leitende technische Ingenieurin für Chemikalienregulierung bei REACH24H Consulting Group, betonte, dass sich Nachhaltigkeit in der Kosmetik von freiwilligen Markenbotschaften hin zu messbaren, evidenzbasierten und überprüfbaren Leistungen entwickelt.
Sie hob die Ökobilanz (LCA) als systembezogenen Ansatz hervor, um Klima, Ressourcennutzung, Lieferketten, Kreislauffähigkeit und chemische Auswirkungen über den Produktlebenszyklus hinweg zu bewerten. Durch die Ermittlung produktspezifischer ökologischer Belastungsschwerpunkte können Unternehmen Verbesserungen bei Formulierung, Beschaffung, Verpackung und Produktverwendung priorisieren.
Doktorin Shi erörterte auch freiwillige Programme wie EWG Verified® und das EU-Umweltzeichen, die eine glaubwürdige Verbraucherkommunikation unterstützen können und dabei die verbindliche Rechtskonformität ergänzen, statt sie zu ersetzen. Seit der allgemeinen Anwendbarkeit der EU-PPWR ab dem 12. August 2026 werden Verpackungsdaten, Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, Kennzeichnung und kreislaufgerechtes Design immer wichtigere Elemente der regulatorischen Vorbereitung für Verpackungen.
Weiterführender Einblick: EU-PPWR für Kosmetikverpackungen
Weitere Einzelheiten zum PPWR-Thema aus dem Vortrag von Dr. Carol Shi finden Sie in unserem Leitfaden zur Vorbereitung von Kosmetikverpackungen auf die EU-PPWR-Konformität.
EU-PPWR für Kosmetikverpackungen: So sollten sich Marken vorbereiten

Podiumsdiskussion: Die nächste Phase der Kosmetikregulierung
Das Forum endete mit einer Podiumsdiskussion mit Andrew Gan, Pertiwi Putri Utami, Tran Thi Phuong Mai, Priyanka Bhat, Roy Lu und Crystal Yang, die CTFAS, LPPOM, die ASEAN Cosmetic Association, L'Oréal, Shiseido Asia Pacific und REACH24H Consulting Group in dieser Reihenfolge vertraten.
Das Podium untersuchte die Auswirkungen der sich weiterentwickelnden vietnamesischen Kosmetikvorschriften auf ausländische Marken, die Aussichten auf eine Angleichung der Halal-Regulierung zwischen den Behörden Singapurs, Indonesiens, Malaysias und Thailands. Erörtert wurden außerdem die Richtung der chinesischen Kosmetikregulierung, ihre möglichen Auswirkungen auf Unternehmen und praxisnahe Strategien zur Anpassung an das veränderte regulatorische Umfeld. Das Podium erwog ferner, ob in China und der ASEAN Verpackungs- und Nachhaltigkeitsanforderungen ähnlich der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) entstehen könnten.
Die Diskussionsteilnehmer erörterten ferner, was „funktionelle Kosmetika“ ausmacht und wie solche Produkte anhand von Produktklassifizierung, Verbraucherwerbeaussagen und unterstützenden Nachweisen abzugrenzen sind. Die Diskussion betonte die Notwendigkeit, Marktinnovation und Verbraucherschutz durch klare regulatorische Grenzen und glaubwürdige Compliance-Nachweise auszubalancieren.


Regulatorische Vorbereitung aufbauen
Das Forum unterstrich, dass globale regulatorische Vorbereitung frühzeitige Planung, zuverlässige Nachweise und koordiniertes Handeln zwischen den Teams für Regulatory Affairs, F&E, Beschaffung, Qualität, Lieferkette und Marketing erfordert.
Da Kosmetikvorschriften zunehmend risikobasiert, transparent und evidenzorientiert werden, sind Unternehmen, die regulatorische Erkenntnisse und Nachhaltigkeitsaspekte über den gesamten Produktlebenszyklus integrieren , besser aufgestellt, um Verbrauchersicherheit zu schützen, Marktzugang zu erhalten und die Widerstandsfähigkeit ihrer weltweiten Aktivitäten zu stärken.
Das CTFAS & REACH24H Regulierungsforum 2026 bot eine Plattform für regulatorischen Austausch und Branchendialog und unterstützte die Teilnehmenden dabei, komplexe globale Entwicklungen in praktische Prioritäten für die Kosmetikbranche zu übersetzen.
Empfohlene Lektüre
Halal-Zertifizierungsprozess in Indonesien: BPJPH-Wege und Compliance-Prioritäten
Benötigen importierte Kosmetika Tierversuche in China? Ausnahmeregeln 2026 erklärt
Offizielle Quellen
Singapurs Gesundheitswissenschaftsbehörde: ASEAN-Kosmetikrichtlinie
Indonesiens BPJPH: Kosmetika müssen bis Oktober 2026 halal-zertifiziert sein
Chinas NMPA: Bekanntmachung zu Kosmetikregistrierung und -notifizierung (2026 Nr. 70)
EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/1545 der Kommission zur Kennzeichnung von Duftstoffallergenen
EUR-Lex: Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle

Verfasst von
REACH24H Cosmetic Compliance Team
REACH24H
Das 2009 gegründete Team für Kosmetik-Compliance von REACH24H verfügt über mehr als 40 professionelle technische Fachkräfte. Zum Team gehören mehrere international zertifizierte Toxikologen, in der EU qualifizierte Sicherheitsbewerter für kosmetische Mittel, Spezialisten für Risikobewertungen, Entwickler kosmetischer Formulierungen, Analysten für regulatorische Angelegenheiten sowie hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland mit mehrsprachigen Kompetenzen. Wir bieten professionelle und effiziente technische Dienstleistungen und maßgeschneiderte Lösungen, um Kosmetikunternehmen weltweit einen reibungslosen Zugang zu ihren Zielmärkten zu ermöglichen.


